Ein Hochzeitstag im Münchner Westen
Manchmal beginnt eine Hochzeitsreportage ganz klassisch – und endet mit einer Szene, die man so schnell nicht vergisst. Diese Hochzeit führte mich als Hochzeitsfotograf aus München nach München-Pasing, wo die kirchliche Trauung in der Kirche Mariä Geburt stattfand. Ein Gotteshaus, das sich etwas versteckt am Rande des Pasinger Stadtparks befindet – fast so, als wolle es nur denjenigen offenbart werden, die wirklich wissen, wo sie hinmüssen.
Der Bräutigam wartete bereits in der Kirche, während die Braut mit ihrem Vater einzog, begleitet vom Pfarrer und zwei Mädchen, die die Hochzeitskerze und die Ringe trugen. Ein Einzug, der feierlich, aber nicht überladen wirkte – und genau deshalb so schön war.
Kirchliche Trauung in Pasing: Auszug ohne Konfetti-Überraschungen
Nach dem Ja-Wort und dem Auszug aus der Kirche gab es eine kleine Besonderheit: kein Bettlaken zum Ausschneiden, keine Lebensmittel, die durch die Luft flogen, und auch keine Blütenregen-Attacke. Stattdessen: ehrliche Gratulationen, Umarmungen und ein entspanntes Lächeln beim Brautpaar. Manchmal ist weniger eben mehr – auch für die Frisur.
Hochzeitsportraits im Pasinger Stadtpark
Direkt neben der Kirche liegt der Pasinger Stadtpark, der sich hervorragend für ein Brautpaarshooting eignet. Zwischen alten Bäumen, verschlungenen Wegen und kleinen Brücken entstanden natürliche und lebendige Hochzeitsfotos.
Und dann kam der Moment, den ich in meiner Laufbahn als Hochzeitsfotograf in München-Pasing so noch nie erlebt hatte: Die Braut nahm den Bräutigam auf den Arm. Nicht als Redewendung, sondern ganz real. Normalerweise schlage ich beim Shooting vor: „Jetzt trägt der Bräutigam die Braut.“ Wer Rückenprobleme hat, darf das natürlich ablehnen. Manchmal sage ich im Scherz: „Und jetzt umgekehrt.“ Doch bevor ich den Satz beenden konnte, hatte sie ihn schon hochgehoben. Ein Bild für die Ewigkeit – und für die Familienchronik.
Hochzeitsfeier am Langwieder See
Nach den Portraits ging es weiter zur Feierlocation: dem Hotel und Restaurant Langwieder See. Idyllisch am Wasser gelegen, aber gleichzeitig nur 15 Minuten von Pasing entfernt – eine Kombination, die man in München nicht alle Tage findet. Auch aus den naheliegenden Vierteln wie Obermenzing oder Aubing ist man in wenigen Minuten hier im Grünen.
Die Gäste standen Spalier, als das Brautpaar ankam. Wieder ohne Bettlaken, dafür mit einem direkten Weg in den Garten am See, wo der Sektempfang stattfand. Mit Blick aufs Wasser, einem Glas Sekt in der Hand und sommerlichem Wetter fühlte sich das Ganze fast wie ein Kurzurlaub an – nur mit deutlich besser gekleideten Menschen.
Räume für jede Stimmung am See
Für die abendliche Feier bietet die Location gleich mehrere Möglichkeiten: den Seepavillon mit Blick aufs Wasser oder das Kaminzimmer für eine gemütlichere Atmosphäre. Auch das Bootshaus steht als zusätzliche Option für das Brautverziehen zur Verfügung – bei dieser Hochzeit blieb es allerdings ungenutzt, niemand wurde entführt.
Kleine Traditionen, große Momente
Natürlich durfte auch das klassische „Hochzeits-Must-have“ nicht fehlen: bunte Luftballons, die in den Himmel stiegen. Danach folgten Reden des Brautpaars und der Väter, eine humorvolle „Diashow“ (die streng genommen keine Dias mehr enthielt), der Anschnitt der Torte, Spiele, Wunderkerzen und schließlich der Brautwalzer.
Blumen, die mehr versprechen als sie wiegen
Der Brautstraußwurf ist einer dieser Momente, in denen Tradition, Aberglaube und ein Hauch sportlicher Ehrgeiz aufeinandertreffen. Ursprünglich soll der Strauß derjenigen Glück bringen, die ihn fängt – und, so sagt man, sie als Nächste vor den Traualtar führen. Ob man daran glaubt oder nicht, ist fast nebensächlich.
Denn in dem Augenblick, in dem die Braut den Strauß über ihre Schulter wirft, liegt eine gewisse Magie in der Luft: ein Versprechen, ein Augenzwinkern des Schicksals. Und plötzlich verwandelt sich die Tanzfläche in eine kleine Arena, in der Freundinnen, Cousinen und Kolleginnen erstaunliche Reflexe entwickeln.
Man könnte sagen: Es ist weniger die Frage, wer den Strauß fängt, sondern dass er überhaupt geworfen wird. Ein kurzes Symbol für die Weitergabe der Liebe – oder zumindest ein fliegender Blumenbund, der für ein paar Sekunden die Reflexe der Single-Fraktion testet.
Ein Hochzeitstag im Münchner Westen mit eigener Pointe
Diese Hochzeit in München-Pasing und am Langwieder See war eine wunderbare Mischung aus Tradition, Leichtigkeit und kleinen Überraschungen. Für mich als Hochzeitsfotograf zeigt sie einmal mehr, dass Hochzeitsreportagen nicht nur aus klassischen Momenten bestehen, sondern auch aus den unerwarteten Szenen, die man nicht planen kann – wie eine Braut, die ihren Bräutigam trägt.
Und genau das macht Hochzeitsfotografie so besonders: Jede Hochzeit ist anders, jede Geschichte einzigartig. Und manchmal schreibt das Leben eben die besten Pointen.
Ein Blick von oben
Um die Lage des Hotel und Restaurant Langwieder See noch besser zu zeigen, habe ich zusätzlich zwei Drohnenaufnahmen eingefügt. Sie entstanden zwar erst im November – daher in herbstlicher Stimmung – vermitteln aber sehr schön, wie idyllisch die Orte eingebettet sind. So bekommt man einen Eindruck, wie nah Natur, Wasser und Feierlocation beieinanderliegen.




















































































