Hochzeit über den Wolken – als Hochzeitsfotograf auf der Maierl Alm in Kirchberg

Hochzeit über den Wolken

Wer sagt, dass Hochzeiten immer im Schloss stattfinden müssen, hat die Maierl Alm in Kirchberg noch nicht erlebt. Auf 1.225 Metern Höhe thront diese Location über dem Tal, mit Blick auf den Wilden Kaiser und die Kitzbüheler Alpen. Ein Ort, der gleichzeitig exklusiv und gemütlich ist – und für Hochzeiten von Mai bis Oktober seine Türen öffnet. Im Winter gehört die Alm den Skifahrern, aber im Sommer verwandelt sie sich in eine Bühne für alpine Liebesgeschichten.

Ein Auftakt mit Wetterdramaturgie

Pünktlich zum Beginn der freien Trauung auf der Terrasse öffnete der Himmel seine Schleusen. Doch statt Tränen der Gäste gab es nur Regen von oben – und ein Partyzelt, das die Stimmung souverän rettete. Weltliche und kirchliche Trauung direkt hintereinander, am gleichen Ort, vom Standesbeamten und Pfarrer gemeinsam durchgeführt – selbst für mich als Hochzeitsfotograf mit hunderten Reportagen im Gepäck ein Novum.

Einzug mit Überraschungseffekt

Der Bräutigam wurde von seiner Mutter hereingeführt. Auch das war für mich eine Premiere. Anschließend folgte die Braut, klassisch von ihrem Vater begleitet – oder besser gesagt „herausgeführt“, denn der Weg führte von drinnen hinaus auf die Terrasse. Kleine sprachliche Spitzfindigkeit, die zeigt: selbst bei Hochzeiten bleibt Raum für Ironie.

Blütenregen und Baumstamm

Nach den beiden Trauungen wurde das Brautpaar mit Blüten überschüttet, die sich hartnäckig an der Schleppe festhielten – ein floraler Reminder an den großen Moment. Danach folgte der Sektempfang mit Häppchen und Glückwünschen, teils draußen, teils drinnen, je nach Laune des Wetters. Und dann kam die sportliche Herausforderung: Baumstammsägen. Mit einer Säge, die eher als Museumsstück durchging, dauerte die Übung gefühlt eine halbe Stunde. Das Gelächter und die Anfeuerungsrufe der Gäste machten daraus ein Highlight, das in Erinnerung bleibt.

Shooting zwischen Schirm und Kamin

Das Brautpaarshooting fand trotz Regen statt – mal mit Schirm, mal unter Dach auf einem Balkon, mal drinnen vor dem Kamin. Gerade diese Mischung aus alpiner Romantik und improvisierter Kreativität macht solche Hochzeiten besonders. Mein Stil ist dabei dezent im Hintergrund, aber beim Shooting gebe ich gerne kleine Hinweise für natürliche Posen. Auch Bewegung gehört dazu – schließlich soll niemand aussehen wie eine Skulptur aus Marmor.

Alphornbläser und Hüttenromantik

Musikalisch wurde es traditionell: Alphornbläser sorgten für die passende alpine Note. Fast schon ein Pflichtprogramm bei Hochzeiten in den Bergen, aber jedes Mal ein Erlebnis. Später folgten Reden, das Abendessen und das Entzünden des Kaminfeuers – die perfekte Ergänzung zur Edel‑Hüttenromantik der Maierl Alm.

Tanz und blaue Stunde

Der Brautwalzer eröffnete die Party. Wer zwischendurch eine Abkühlung brauchte, trat hinaus auf die Terrasse und genoss die grandiose Bergwelt. Wolken und Nebelschwaden zogen durch die blaue Stunde nach Sonnenuntergang – ein Schauspiel, das kein Bühnenbild je nachstellen könnte.

Persönliche Schlussnote

Diese Hochzeit auf der Maierl Alm war für mich nicht nur eine Reportage, sondern ein Erlebnis. Die Mischung aus alpiner Exklusivität, familiären Überraschungen und wetterbedingter Improvisation machte den Tag einzigartig. Als Hochzeitsfotograf liebe ich solche Momente – sie zeigen, dass Perfektion nicht im Wetterbericht liegt, sondern in der Freude der Menschen. Und genau das durfte ich hier festhalten: eine Hochzeit, die so lebendig war wie die Bergwelt selbst.