Drei Orte, zwei Tage, eine Hochzeit im Münchner Umland
Manche Hochzeiten sind wie ein gutes Buch: in mehrere Kapitel unterteilt, jedes mit eigener Dramaturgie. Dieses Brautpaar entschied sich für eine zweitäge Feier – standesamtlich am Ammersee und eine Woche später kirchlich in Gilching, mit anschließender Feier im Paulaner Seegarten in Karlsfeld. Für mich als Hochzeitsfotograf aus München war es eine wunderbare Gelegenheit, gleich mehrere besondere Orte mit der Kamera einzufangen. Dass ich dabei auch als Hochzeitsfotograf für Dachau und die umliegenden Gemeinden wie Gröbenzell oder Olching unsicher machen durfte, war ein echtes Heimspiel.
Standesamt Herrsching: Italien-Flair im Kurparkschlösschen
Der Auftakt fand im Kurparkschlösschen in Herrsching statt – einem Gebäude, das aussieht, als hätte es sich aus Italien hierher verirrt. Erbaut im Stil adeliger Paläste, liegt es direkt am Ammersee und ist von einem Park umgeben, der selbst im Regen Charme versprüht. Als Hochzeitsfotograf in Herrsching lernt man schnell: Wenn der See grau trägt, müssen die Schirme eben bunt sein.
Und Regen gab es reichlich. „Schütten wie aus Kübeln“ beschreibt es nur unzureichend. Doch statt Trübsal zu blasen, wurde der Sektempfang kurzerhand unter Regenschirmen und geöffneten Heckklappen improvisiert. Ein Bild, das zeigt: Gute Laune ist wetterfest.
Kirchliche Trauung in St. Vitus, Gilching
Eine Woche später dann der zweite Akt: die kirchliche Trauung in der St. Vitus Kirche in Gilching. Die Braut wurde vom Vater in die Kirche geführt – ein klassischer Moment, der nie an Wirkung verliert.
Besonderheit des Tages: Der Pfarrer griff selbst zur Gitarre und sang. Ein Detail, das man nicht alle Tage erlebt und das der Zeremonie eine sehr persönliche Note verlieh. Beim Auszug in Gilching warteten die Gäste mit Seifenblasen und weißen Tauben. Kein Bettlaken-Herz, keine Luftballons – stattdessen eine Szene, die poetisch und gleichzeitig angenehm unaufgeregt wirkte.
Für das Gruppenfoto bot sich die breite Treppe oberhalb der Kirche an: praktisch, fotogen und ein Beweis, dass Architektur manchmal doch für Fotografen gebaut wird.
Der Hochzeitslader – Tradition mit digitalem Zeitplan
Eine echte Rarität: Ein Hochzeitslader, auch Progoder genannt, führte durch den Tag. Er regelte den Ablauf, kündigte Programmpunkte an und sorgte mit Sprüchen für Unterhaltung. Kurz gesagt: eine Mischung aus Zeremonienmeister, Entertainer und wandelndem Terminkalender.
Sein Zeitplan war straff – so straff, dass er schon nach 15 Minuten beim Brautpaarshooting nachfragen ließ, wann wir denn fertig seien. Flexibilität ist hier Pflicht. Mal bestimmt das Paar die Dauer, mal jemand mit einem Stab voller Bänder.
Hochzeit Karlsfeld: Feier im Paulaner Seegarten
Die Feier im Paulaner Seegarten Karlsfeld (Landkreis Dachau) begann standesgemäß mit Blasmusik. Während die Gäste bereits im Saal Platz nahmen, nutzte ich die Gelegenheit für Aufnahmen mit dem Brautpaar und den Eltern im nahegelegenen Park. Als Hochzeitsfotograf in Karlsfeld schätzt man die kurzen Wege zum Grün sehr.
Für die Brautentführung stand eine eigene kleine „Berghütte“ bereit – ein charmantes Detail, das fast schon nach Drehbuch wirkte. Später folgte der Anschnitt der vierstöckigen Hochzeitstorte und zum Abschluss der Tanz des Brautpaars. Umringt von Gästen mit Wunderkerzen entstand ein Bild, das man nicht inszenieren muss, weil es sich von selbst ins Gedächtnis brennt.
Erinnerungen mit Langzeitwirkung zwischen Ammersee und Karlsfeld
Diese Hochzeit war ein Kaleidoskop aus Tradition, Improvisation und Emotionen. Vom Regenschirm-Sektempfang in Herrsching über den singenden Pfarrer in Gilching bis hin zur Berghütte im Paulaner Seegarten – jeder Moment hatte seinen eigenen Charakter. Es war eine Freude, diese Vielfalt einzufangen. Und wenn man am Ende denkt: „Das hätte man sich so nicht ausdenken können“ – dann war es vermutlich eine richtig gute Hochzeit.









































































