Mariä Geburt: Ein Kleinod in München-Pasing
Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Geburt liegt im Herzen des Pasinger Stadtparks – ein Ort, der auf den ersten Blick fast unscheinbar wirkt, aber für eine Trauung eine wunderbar intime Atmosphäre bietet. An diesem Augusttag zeigte sich das Münchner Wetter zunächst von seiner launischen Seite: Regenschirme waren Pflicht, und die Gäste eilten mit schnellen Schritten in die Kirche.
Als Hochzeitsfotograf in München habe ich gelernt, dass man dem Wetterbericht mehr Vertrauen schenken sollte als dem eigenen Optimismus. Also war ich vorbereitet – und tatsächlich: pünktlich zu den Glückwünschen vor der Kirche klarte der Himmel auf. Ein kleiner Sieg über die Wolken, den man als Fotograf mit einem stillen Lächeln quittiert.
Der Einzug: Warum Begleitung manchmal überbewertet wird
Der Bräutigam wartete bereits vorne am Altar, als die Braut die Kirche betrat – und zwar allein, ohne Begleitung. Das ist eher selten und wirkte dadurch umso eindrucksvoller. Warum sie sich dafür entschieden hatte, weiß ich nicht mehr, aber es war eine Entscheidung, die perfekt zu ihr passte: selbstbewusst, strahlend, ganz bei sich.
Traditionell wird die Braut in Deutschland noch immer in etwa 70–80 % der Fälle vom Vater zum Altar geführt. Rund 30–40 % wählen inzwischen jedoch alternative Formen. Manche sehen die klassische „Übergabe“ als überholt oder gar sexistisch, weil sie an alte Besitzvorstellungen erinnert. Andere wiederum empfinden sie als liebevolles Ritual, das Nähe und Stolz ausdrückt. Am Ende zählt nur, dass es sich für das Paar authentisch anfühlt – und genau das war hier in Pasing der Fall.
Trauung in Mariä Geburt mit kleinen Besonderheiten
Auch die Fürbitten hatten eine kleine Besonderheit: Sie wurden direkt am Platz gesprochen, die Sprecher kamen nicht wie üblich nach vorne. Eine kleine Abweichung vom Standard, die den Ablauf persönlicher und intimer wirken ließ.
Nach der Trauung folgten die Glückwünsche vor der Kirche – und da das Wetter inzwischen mitspielte, konnte auch das große Gruppenfoto draußen stattfinden. Für mich als Fotograf ist das immer ein Moment, in dem sich die Stimmung des Tages wunderbar einfangen lässt: Umarmungen, Lachen, ein paar Tränen – und gelegentlich ein Kind, das lieber in die Kamera grimassiert als brav zu lächeln.
Mit dem Oldtimer durch München zum Seehaus
Das Brautpaar verließ die Kirche standesgemäß in einem Oldtimer-Mercedes mit Chauffeur. Ein Hauch von Nostalgie, der perfekt zum eleganten, aber entspannten Charakter des Tages passte.
Die Fahrt führte ins Seehaus im Englischen Garten – eine Location, die für Hochzeiten in München-Schwabing kaum zu übertreffen ist. Direkt am Kleinhesseloher See gelegen, bietet das Seehaus eine Kulisse, die fast schon zu schön ist, um wahr zu sein. Pavillon, Terrasse, Wasser, Bäume – man muss hier nicht lange nach Motiven suchen, sie springen einem förmlich ins Bild.
Empfang am Kleinhesseloher See: Bellini statt Regen
Der Sektempfang fand auf der großzügigen Terrasse statt, begleitet von einer Rede, die noch vor dem Abendessen gehalten wurde. Die Gäste genossen die entspannte Atmosphäre, während die Sonne sich tatsächlich noch einmal blicken ließ.
Für die Hochzeitsfotos war die Umgebung ideal: kurze Wege, abwechslungsreiche Hintergründe und ein Licht, das sich im Wasser spiegelte. Einige Aufnahmen entstanden in Bewegung – kleine Spaziergänge am Seeufer, ein Lachen im Vorübergehen. Genau diese Momente, die nicht gestellt wirken, machen eine Hochzeitsreportage im Englischen Garten lebendig.
Von Pasing bis Schwabing – eine Hochzeit mit Charakter
Nach sechs Stunden Begleitung endete mein Auftrag mit dem Beginn des Abendessens. Es war ein Tag voller kleiner Besonderheiten: eine Braut, die allein und strahlend in die Kirche einzog, Fürbitten am Platz, ein Oldtimer, der fast so viel Aufmerksamkeit bekam wie das Brautkleid, und eine Feier im Seehaus in Schwabing, die zeigt, warum die Stadt für Hochzeiten so beliebt ist.
Es sind genau diese Details, die eine Hochzeit einzigartig machen – und die dafür sorgen, dass die Erinnerungen nicht nur in den Köpfen, sondern auch in den Bildern lebendig bleiben.































































